Bierhefe zum Backen

Beim Backen kommt häufig auch Hefe zum Einsatz. Hefeteige sind meist sehr lockere und luftige Teige und man kann diese als süße und salzige Teige (Hefezopf und Pizzateig) verwenden. Mit der normalen Back- und Preßhefe kann man kein Bierbrauen, aber mit der Bierhefe, ein Nebenprodukt bei der Bierherstellung, kann man eben durchaus auch backen. Es gibt einige selbstgebackene Brote, die der Bierhefe einen durchaus kräftigen Geschmack und auch ein duftendes Aroma verdanken. Pizzateig soll durch die Verwendung von Bierhefe bei richtiger Zubereitung etwas lockerer werden und der Teig auch etwas elastischer.

Bierhefe statt Hefe?

Als im Frühjahr und Sommer 2020 Hefe in den Supermärkten knapp geworden war (nicht weil alle backen wollten, aber alle unbedingt die Möglichkeit waren wollten), kamen schnell Tipps auf, wie und was Hefe ersetzen könne. Bierhefe wurde da schnell zum Geheimtipp.

Bierhefetabletten zum Backen

Normalerweise kommt Bierhefe ja heute in Tablettenform ins Haus. Diese Tabletten in einen Mörser geben und fein zermahlen. Mit Wasser, Mehl und Zucker zu einem Vorteig anrühren, das sollte dann blasen werfen. Wenn dies geschieht, kann der Backversuch starten.

Aber auch wer Bier selbst braut, interessiert sich häufig für die Möglichkeit Reste aus diesem Prozess zu verwerten. Wer selbst Bier braut, kann den nach der Gärung anfallenden Hefebrei (Brauereihefe) zur Bierhefe weiter verwenden. Das ergibt sog. Treberbrot. Es finden sich Rezepte für Treberbrot, in denen empfohlen wird ca. drei Esslöffel der gelagerten Bierhefe auf zwei Kilogramm Teig zu verwenden. Daraus aber zunächst einen Vorteig (etwas Teig mit Zucker) anrühren. Es wird aber häufig empfohlen diese Hefe vorher zu waschen.

Bierhefe, so heißt es, bringt durch ihren würzigen Geschmack Pfiff in die Küche. Einen gesunden Pfiff, schließlich enthält sie wertvolle Aminosäuren und eben auch B-Vitamine.

Bäckerhefe und Bierhefe

Übrigens: An sich von den Pilzstammzellen her gibt es keinen großen Unterschied zwischen Bäckerhefe und Bierhefe. Nur bei der Zucht wird unterschiedlich vorgegangen, so dass das eine eben auch zum Bier brauen verwendet werden kann (obergärig, untergärig).

Bis ins 18. Jahrhundert hat man wohl die bei der Bier Brauerei anfallende Hefe ohne Probleme beim Brot backen einsetzen können. Damals wurde noch obergärige Hefe verwendet. Als man auf untergärige Hefe umstellte, musste für das Brot backen eine andere Lösung her. Und so kamen Bierbrauer in Holland um 1780 auf die Idee eine Hefe auf den Markt zu bringen, die eben speziell zum Backen von Brot geeignet war. Hefe und Fortschritt.

Neben der Bierhefe kommen auch Bierhefeflocken beim Backen zum Einsatz.